Neue Bücher:
Jochen
Schumacher, Peter Fischer-Hüftle (Hrsg.): Bundesnaturschutzgesetz
2003, 760 Seiten, 109,00 Euro,
ISBN 3-17-017601-3, Kohlhammer Verlag, Stuttgart
Mit dem in der Reihe „Rechtswissenschaften
und Verwaltung“ beim Kohlhammer Verlag im Herbst 2003 erschienen Kommentar
zum im Jahre 2002 neugefassten Bundesnaturschutzgesetz ist den Herausgebern
Schumacher und Fischer-Hüftle eines der interessantesten naturschutzrechtlichen
Neuerscheinungen der letzten Zeit gelungen. U.a. ist dies der sehr guten Autorenauswahl
zu verdanken. So konnte etwa für die Kommentierung derjenigen Vorschriften,
bei denen fundiertes biologisches Fachwissen vonnöten ist ( Biotopverbund,
Naturschutzgebiete, Nationalparke, Europäisches Netz Natura 2000 etc.) eine Biologin
als Koautorin gewonnen werden. Die komplizierten Eingriffsregelungen der §§
18 ff. erläutert ein erfahrener Verwaltungsrichter, ausgewiesener Experte
in diesem Bereich. Die Artenschutzkapitel kommen von einem hierfür zuständigen
Ministerialbeamten etc. Das Werk zeichnet sich durch hohen Informationswert und tiefe gedankliche
Durchdringung der jeweiligen Materie aus. Der Blick dieses 700 Seiten starken
Kommentars gilt stets dem praktischen Anwender, ob mit oder ohne juristische
Vorbildung. Wenn nötig wird aber auch zu aktuellen rechtswissenschaftlichen
Streitfragen Stellung genommen. So führt z.B. Fischer-Hüftle in der Kommentierung
zu § 18 Rn. 41 ff. überzeugende Argumente gegen die willkürliche Unterscheidung
von (zu berücksichtigenden) unmittelbaren und (nicht zu berücksichtigenden)
mittelbaren Eingriffsfolgen an. Da ein Eingriff in das Ökosystem wegen der
vielfältigen Wechselwirkungen geradezu typischerweise zu beträchtlichen mittelbaren
Folgen führt, kann dem nur zugestimmt werden. Zur Lösung dieses Zurechnungsproblems
bietet Fischer- Hüftle die Übernahme der Kausalitätsformeln aus dem Zivilrecht
an. Da diese Kriterien sowohl haftungsbegründenden als auch haftungsbegrenzenden
Charakter haben, überzeugt dieser Vorschlag und hält auch einen rechtsstaatlichen
Prüfung stand. Die Aufnahme zahlreicher aktueller Urteile sowie der neuesten
naturschutzfachlichen Publikationen richtet sich immer an den Bedürfnissen
der Praxis aus. Zu nennen wären hier insbesondere die hochinformative Einarbeitung
der Rechtsprechung zur FFH Richtlinie in den Kommentierungen von J./A. Schumacher
zu den §§ 32 ff. Die sehr gut lesbare und klar strukturierte Kommentierung
eignet sich sowohl für den naturschutzrechtlichen Einsteiger in Studium und
Praxis als auch als Nachschlagewerk für den mit der Materie bereits befassten
Verwaltungsjuristen, Landschaftsplaner, Biologen, Ökologen etc. Kurzum: diese
Neuerscheinung hat das Potential eines Standardwerks für den deutschen Naturschutz.
Abgerundet wird das Werk durch die beiliegende CD Rom mit den wichtigsten
EU, bundes- und landesrechtlichen Leitvorschriften inklusive einer sehr hilfreichen Synopse von altem und neuem Naturschutzgesetz.
Dr. iur. Christoph Palme, Tübingen
Michael Kotulla: Wasserhaushaltsgesetz
2003, 1.128 Seiten, 140,00 Euro,
ISBN 3-17-017673-0, Kohlhammer Verlag, Stuttgart
Das Deutsche Wasserrecht wird immer
komplexer und verliert selbst für Experten zunehmend an Übersichtlichkeit.
Namentlich die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie leitet einen Paradigmenwechsel
ein, der Bundes- und Landesrechtsetzung, ebenso deren Vollzug, vor bislang
nicht gekannte Aufgaben, Fragen und Probleme stellt. Diesen Unsicherheiten
begegnet die Kommentierung, indem sie wasserwirtschaftlichen Akteuren wie
Wissenschaft gleichermaßen ein ebenso wissenschaftlich vertieftes wie auch
praxisnahes und -taugliches Handwerkzeug zur Verfügung stellt. Der Kommentar
ist ein wichtiger Ratgeber für Behörden, Gerichte, Anwälte und alle sonstigen
wasserwirtschaftlich verantwortlich Handelnden, denen fundierte, auf das
Wesentliche konzentrierte Information gegeben wird.
Die Kommentierung trägt umfassend den jüngsten Aktivitäten des Bundesgesetzgebers
Rechnung, in dem sie sowohl das Siebte Gesetz zur Änderung des WHG und das
Gesetz zur Änderung des Umweltauditgesetzes als auch die Neubekanntmachung
des WHG berücksichtigt.
Cornelia Grewing: Das
System des exemplarbezogenen Artenschutzes im Bundesnaturschutzgesetz
2003, 150 Seiten, 34.00 Euro, ISBN
3-631-51347-X, Reihe: Europäische Hochschulschriften, Peter Lang Verlag
Frankfurt am Main
Das Artenschutzrecht im
Bundesnaturschutzgesetz ist in ein System artenschutzrechtlicher Regelungen
auf verschiedenen Rechtsebenen eingebunden. Mit Blick auf den Inhalt der
Einzelnormen wird das System der nicht exemplarbezogenen Schutz- und Kontrollvorschriften
unter Berücksichtigung der durch die Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes
2002 eingeführten neuen Instrumente des Artenschutzrechts dargestellt.
Hans-Jörg Natorp: Die Rechtslage
der DDR-Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern nach dem Einigungsvertrag
1999, 257 Seiten, 49,00 Euro, ISBN
3-631-35617-X, Reihe: Europäische Hochschulschriften, Peter Lang Verlag
Frankfurt am Main
Die Darstellung behandelt die Rechtslage
der DDR-Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Ausgangspunkt sind die
Überleitungstatbestände des Einigungsvertrages. Bereits hier ist fraglich,
ob alle DDR-Ausweisungsentscheidungen über Naturschutzgebiete durch den Einigungsvertrag
erfasst werden oder ob Lücken bestehen. Im Anschluss daran wird das in Mecklenburg-Vorpommern
fortgeltende DDR-Naturschutzrecht im Einzelnen dargestellt, soweit es einen
Bezug zu den Naturschutzgebieten aufweist. Es ergeben sich zahlreiche Einzelfragen,
die die Fortgeltung und Anwendung einzelner DDR-Rechtsvorschriften betreffen.
Auf dieser Grundlage werden die verschiedenen Rechtsformen erörtert, in denen
die DDR-Naturschutzgebiete ausgewiesen wurden. Dabei sind vier verschiedene
Zeiträume zu unterscheiden, die jeweils spezifische Probleme aufweisen. Es
wird deutlich, dass sich diese im Einzelfall nicht allein anhand der fortgeltenden
DDR-Rechtsnormen lösen lassen, sondern dass in wesentlichen Fragen auf die
DDR-Verwaltungspraxis zurückgegriffen werden muss.
Michael Getzner; Sascha
Jost; Michael Jungmeier: Naturschutz und Regionalwirtschaft
2002, 207 Seiten, 40,00 Euro, ISBN
3-631-38490-4; Reihe: Europäische Hochschulschriften, Peter Lang Verlag
Frankfurt am Main
Das Werk zeigt anhand von vier
österreichischen Modellregionen, dass die Einrichtung von Natura 2000-Gebieten
mit starken Naturschutzzielen zu positiven regionalwirtschaftlichen
Auswirkungen führt. Die betroffenen Regionen können von der Einrichtung eines
Natura 2000-Gebietes wirtschaftlich profitieren. Die regionalwirtschaftlichen
Chancen ergeben sich insbesondere in den Bereichen des Tourismus sowie - in
geringerem Ausmaß - in der Landwirtschaft. Die Schutzgebietseinrichtung kann
als „Initialzündung“ und als Unterstützung der regionalwirtschaftlichen
Entwicklung angesehen werden.
Doris Koller: Die Bedeutung
von EG-Richtlinien im Zeitraum vor Ablauf der Umsetzungsfrist: Wirkungen für
die nationale Rechtsordnung
2003, 182 Seiten, 35.80 Euro, ISBN
3-8322-1787-8, Shaker Verlag, Aachen
Das Gemeinschaftsrecht weist
gegenüber dem nationalen Recht viele Besonderheiten auf. Vor allem die Gemeinschaftsrichtlinie
zeichnet sich durch Eigenheiten aus, die sich in Akten der nationalen
Rechtsetzung nicht finden. Die Richtlinie ist der erste Akt einer zweistufigen
Rechtsetzung. Dabei wirken Richtlinien, anders als Verordnungen, gemäß Art.
249 Abs. 3 EGV im Grundsatz nicht unmittelbar. Sie sind an die
Mitgliedstaaten gerichtet und verpflichten diese, das in der Richtlinie
vorgegebene Ziel zu erreichen, wobei die Mitgliedstaaten hinsichtlich der Wahl
der Form und Mittel frei sind. Das Ziel kann die Schaffung eines bestimmten
Rechtszustandes im nationalen Recht sein. In diesem Fall sind die
Mitgliedstaaten verpflichtet, Recht zu erlassen, das dem von der Richtlinie
vorgegebenen Ziel entspricht.
Auf Grund dieser zweistufigen
Rechtsetzung verteilt sich die Hoheitsgewalt auf zwei verschiedene Ebenen, und
zwar zum einen auf die Gemeinschaft, die durch die Richtlinie Vorgaben
aufstellt, und zum anderen auf die Mitgliedstaaten, die diese umsetzen und
dabei das unmittelbar anwendbare Recht schaffen. Die Gemeinschaft setzt den
Mitgliedstaaten in den Richtlinien eine bestimmte Frist, bis zu deren Ablauf
die Richtlinie umgesetzt sein muss. Die Frage, welche Konsequenz eine nicht
fristgemäße Umsetzung hat, ist einer der klassischen Streitpunkte des
Gemeinschaftsrechts und damit ein in der Rechtsprechung und Literatur
ausführlich behandeltes Thema. Dagegen wurde bisher in der Literatur kaum
untersucht, inwieweit Richtlinien auch schon im Zeitraum vor Ablauf der
Umsetzungsfrist eine Wirkung für die nationale Rechtsordnung entfalten.
Angesichts der Dauer der Umsetzungsfrist, die typischerweise mehrere Jahre
beträgt, stellt sich diese Frage aber als sehr praxisrelevant dar. Dies zeigt
sich an Entscheidungen des EuGH und bundesdeutsche Gerichte zu diesem Zeitraum,
die erkennen lassen, dass Richtlinien auch vor Ablauf der Umsetzungsfrist
bereits Wirkungen für die nationale Rechtsordnung haben können. Dabei ist zu
unterscheiden zwischen einer unmittelbaren Wirksamkeit und mittelbaren Folgen
für die nationale Rechtsetzung und Auslegung. Die Autorin untersucht umfassend
und systematisch die Bedeutung von Richtlinien im Zeitraum vor Ablauf der
Umsetzungsfrist.
Dieter Weiblen: Gemeindliche
Bauleitplanung und naturschutzrechtlicher Flächen- und Objektschutz.
2001, 368 Seiten, 59,00 Euro, ISBN
3-428-09301-1, Reihe: Tübinger Schriften zum Staats- und Verwaltungsrecht,
Bandnummer TSSV 61, Dunker+Humblot, Berlin
Nutzungskonflikte zwischen der
Bauleitplanung der Gemeinden und den von Naturschutzbehörden erlassenen
Schutzgebietsverordnungen sowie dem gesetzlichen Biotopschutz erlangen in der
Praxis eine immer größere Bedeutung. Der Autor zeigt Möglichkeiten und Grenzen
sowohl einvernehmlicher Lösungen als auch gegenläufiger Planungen auf und
belegt die weitgehende Unanwendbarkeit allgemein anerkannter Vorrang- und
Kollisionsregelungen. Demzufolge entscheidet über den Vorrang der Planung eine
Abwägung der berührten Belange auf der Grundlage des kompetenzrechtlichen Grundsatzes
der Rücksichtnahme, wobei den Naturschutzbehörden eine Entscheidungsprärogative
zur Seite tritt. Anschließend wendet sich Dieter Weiblen den rechtlichen
Grenzen zu, die sich im Falle der Überplanung gesetzlich geschützter Biotope
zum Zwecke der Bebauung ergeben. Er gelangt zu dem Ergebnis, eine solche
Planung werde nicht stets, aber regelmäßig dem Grundsatz der Durchführbarkeit
widersprechen und sich auf diesem Wege als rechtswidrig erweisen.
Daniel Ennöckl: Natura 2000
- Die Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und ihre Umsetzung im
österreichischen Naturschutzrecht
2002, 171 Seiten, 35,00 Euro, ISBN
3-7046-3804-8, Verlag Österreich, Wien
Mit den beiden
Naturschutzrichtlinien der Europäischen Union, der
Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie, wurde das
Naturschutzrecht auf eine neue europäische Ebene gehoben. Das Werk von Ennöckl
„Natura 2000“ bietet eine praxisorientierte Einführung und eine Hilfestellung
für den Umgang mit dem gemeinschaftsrechtlichen und nationalen
(österreichischem) Habitatschutzrecht. In einem Kapitel widmet sich der Autor
ausführlich der Umsetzung der VRL und FFH Richtlinie in österreichisches
Naturschutzrecht (der jeweiligen Bundesländer).
Michael Malaniuk: Österreichisches
Bergsportrecht. Der freie Zugang zur Natur
2. Aufl. 2000, 191 Seiten, ca.
25,00 Euro, ISBN 3-7046-1154-9, Verlag Österreich, Wien
Der Autor beleuchtet das für
Bergsteiger, Mountainbiker, Paragleiter und andere Natursuchende in Österreich
relevante Spannungsverhältnis zwischen Tourismus und Fremdenverkehr einerseits
sowie Bodeneigentümern und Jägern andererseits. Dargestellt wird die
Gesetzeslage dieses „historischen Interessenskonflikt“.
Detlef Czybulka (Hrsg.):
Ist die biologische Vielfalt zu retten?
2002,
184 S., 36,00 Euro, ISBN 3-7890-7814-X
(Rostocker Schriften zum Seerecht
und Umweltrecht, Bd. 18)
Der von Prof. Dr. Detlef Czybulka
(Universität Rostock) veranstaltete dritte Warnemünder Naturschutzrechtstag
hatte das Generalthema „Ist die biologische Vielfalt zu retten?“
Weltweit wie regional gesehen ist
die Biodiversität vor allem durch wirtschaftliche Nutzungen und menschliche
Aktivitäten bedroht. Gibt es gute Gründe, Mittel und Wege, die biologische
Vielfalt zu retten? Der Tagungsband beinhaltet Beiträge von Ökologen (J.
Reichholf, G. Müller-Motzfeld), Ethiker (D. von der Pforden, M. Gorke) und
Umwelt- und Völkerrechtler (D. Czybulka, T. Stoll) zu diesem Thema. Weitere
Beiträge befassen sich mit dem Schutz von Landschaften als Thema einer
gesamteuropäischen Strategie der Implementation und Umsetzung der
Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und anwendungsbezogen u.a. mit der nachhaltigen
Forstwirtschaft in Schweden. Alle Beiträge sind interdisziplinär ausgerichtet
und enthalten wichtige Grundlagen und Informationsquellen für Strategien zur
Erhaltung der Biodiversität.
Detlef Czybulka (Hrsg.):
Naturschutz und Rechtsregime im Küsten- und Offshore-Bereich
2003,
240 S., 49,– EURO, ISBN 3-8329-0391-7
(Beiträge zum Landwirtschaftsrecht
und zur Biodiversität, Bd. 1)
Der Schutz der marinen Ökosysteme,
der marinen Tier- und Pflanzenarten und ihrer natürlichen Lebensräume weist
gegenüber dem terrestrischen Naturschutz aus fachlicher und rechtlicher Sicht
eine Vielzahl von Besonderheiten auf. Ausgehend von der Fehlvorstellung, das
Meer sei unendlich und seine Natur unerschöpflich, war der marine Naturschutz
in der öffentlichen Diskussion in Deutschland lange Zeit nahezu unbekannt.
Entsprechend unterentwickelt hatte sich das auf den terrestrischen Bereich
ausgerichtete nationale Naturschutzrecht präsentiert, obgleich das
Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) und das Europäische
Habitatschutzrecht seit nunmehr über 10 Jahren den Schutz der Biodiversität
auch im Küsten- und Offshore-Bereich verlangen. Die Referenten des 4. Warnemünder
Naturschutzrechtstages haben auf diese Defizite hingewiesen, konkrete
Lösungsvorschläge unterbreitet und damit einen wichtigen Anstoß zur Entwicklung
des marinen Naturschutzes in Deutschland gegeben. Mit dem Gesetz zur
Neuregelung des Rechts des Naturschutzes aus dem Jahre 2002 hat der
Bundesgesetzgeber einen ersten Schritt zur Einbeziehung des marinen Bereichs in
das Naturschutzrecht getan, vgl. daszu § 38 BNatSchG.
Klaus Hansmann: Bundes-Immissionsschutzgesetz
und ergänzende Vorschriften
Textausgaben mit Einführung und
Anmerkungen
22. Auflage 2003, 814 S., 24,– EURO, ISBN
3-8329-0303-8
Das Bundes-Immissionsschutzgesetz
ist das Kerngesetz des Umweltrechts. Es wird durch zahlreiche
Rechtsverordnungen und wichtige Verwaltungsvorschriften ergänzt und
konkretisiert. Die 22. Auflage des Sammelwerks (Stand: August 2003) enthält die
Texte aller einschlägigen Vorschriften zum Bundes-Immissionsschutzrecht
(einschl. der neuen 17. BImSchV) sowie eine umfassende Einführung in die
komplexen Regelungen. Das Gesetz selbst, die wichtigsten
Durchführungsverordnungen (u. a. die Verordnung über das Genehmigungsverfahren
und die Störfall-Verordnung) sowie die TA Luft und die TA Lärm werden durch
knappe, praxisorientierte Anmerkungen erläutert. Ein Schlagwortverzeichnis
hilft beim Auffinden der einschlägigen Regelungen. Das handliche Taschenbuch
ist für Verwaltungsbehörden, Rechtsanwälte, Umweltverbände und für Unternehmen
von Nutzen. Es eignet sich besonders als Hilfsmittel bei Besprechungen. Dabei
auftretende Fragen können häufig mit Hilfe der Einführung und der Anmerkungen
schnell geklärt werden. Der Autor war Vorsitzender des Länderausschusses für
Immissionsschutz. Er ist Lehrbeauftragter der Universität Düsseldorf und
Mitglied des Arbeitskreises für Umweltrecht.
Bernd Peter Scharinger:
Rechtsgrundlagen für die Errichtung von Nationalparken in Deutschland, Österreich,
der Schweiz und in Italien
(Rostocker Schriften zum Seerecht
und Umweltrecht, Bd. 7)
1999, 230 S., 40,00 Euro, ISBN
3-7890-5884-X
Den Nationalparken kommt weltweit
eine herausragende Bedeutung für den Naturschutz zu. National und international
aufeinander abgestimmte rechtliche Regelungen für die Errichtung und das Management
sind hierbei dringend notwendig. Dennoch gibt es nur sehr wenige juristische
Untersuchungen in diesem Bereich. Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit von
Scharinger liegt auf der Erfassung und Darstellung der naturschutzrechtlichen
Grundlagen für die Errichtung von Nationalparken. Neben der Rechtslage in
Deutschland werden auch die Regelungen in Österreich, der Schweiz und Italien
behandelt. Ebenso berücksichtigt der Verfasser die europarechtlichen Vorgaben
und völkerrechtlichen Vereinbarungen für die Ausweisung von Schutzgebieten.
Zahlreiche tabellarische Darstellungen erleichtern den Überblick über die
komplexen Einzelregelungen. Das Werk leistet, obwohl bereits 1999 erschienen
auch weiterhin – vor allem wegen seines europaweiten Ansatzes - gute Dienste
sowohl für die Wissenschaft als auch für Praktiker in den nationalen
Verwaltungen und in der Politik, die sich auch über grenzüberschreitende und
völkerrechtliche Aspekte der Nationalparkproblematik informieren wollen.
Jochen Schumacher Tübingen
Jochen Jaeger: Landschaftszerschneidung.
2002, 447 S., brosch., 39,90 EURO,
ISBN: 3-8001-3670-8, Verlag: Ulmer, Stuttgart.
Landschaftsverbrauch und Landschaftszerschneidung
tragen wesentlich zum Verlust der Biodiversität bei. Um dem anhaltenden Artenschwund
wirksam entgegentreten zu können, ist der Erhalt der noch vorhandenen unzerschnittenen
verkehrsarmen Räume unabdingbar. Der Ermittlung und Bewertung der als Folge
von Eingriffen in Natur und Landschaft auftretenden Zerschneidungswirkungen
kommt daher in der Praxis eine zunehmende Bedeutung zu.
Das vorliegende Buch befasst sich problemorientiert und disziplinübergreifend
mit dieser Thematik und bietet:
Das Buch ist absolut empfehlenswert
für alle, die sich mit der Bewertung von Eingriffen und ihrer Folgewirkungen
befassen.
Bundesamt für Naturschutz
(Hrsg.): Daten zur Natur 2002.
2002, 284 S., 24,00 EURO, ISBN:
3-7843-3829-1; Landwirtschaftsverlag, Münster.
Mit den vom Bundesamt für Naturschutz
herausgegebenen „Daten zur Natur 2002“ steht nun wieder eine umfangreiche
Datensammlung über den aktuellen Zustand von Natur und Landschaft in der Bundesrepublik
Deutschland zur Verfügung.
Rassmus, J., Herden, Chr., Jensen, I., Reck, H. und Schöps, K.: Methodische Anforderungen an Wirkungsprognosen in der Eingriffsregelung. Ergebnisse aus dem F+E-Vorhaben 898 82 024 des Bundesamtes für Naturschutz.
Angewandte Landschaftsökologie Heft 51
2003, 298 S., 18,00 EURO, 3-7843-3722-8;
Landwirtschaftsverlag, Münster.
Verursacher von Eingriffen sind
verpflichtet, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu
unterlassen und unvermeidbare Beeinträchtigungen zu kompensieren. Dabei stellt
eine fachgerecht durchgeführte Wirkungsprognose die notwendige Voraussetzung
für die Beurteilung der von Eingriffen ausgehenden Beeinträchtigungen dar. In
einem Forschungsvorhaben des Bundesamtes für Naturschutz wurden nun die
Rahmenbedingungen für den Einsatz von Wirkungsprognosen und deren derzeitige
Anwendung in der Praxis untersucht und bewertet. In Heft 51 der Reihe
„Angewandte Landschaftsökologie“ werden die Ergebnisse dieses F+E-Vorhabens
vorgestellt. Im Grundlagenteil des Buches werden die Funktion und die
Arbeitsschritte der Wirkungsprognose dargestellt und die konzeptionellen
Grundlagen zur Bewertung der Prognoseergebnisse erarbeitet. Ein Vergleich der
Wirkungsprognosen zu den in der Praxis weit verbreiteten
Wertgleichungsverfahren zeigt deutlich, dass sich die Auswirkungen von
Eingriffen und die zur Kompensation notwendigen Maßnahmen nur mit Hilfe von
Wirkungsprognosen ermitteln lassen, während die Wertgleichungsverfahren hierbei
deutliche methodische und konzeptionelle Mängel offenbaren.
An den Grundlagenteil schließt
sich die Auswertung von Beispielen aus der Planungspraxis an. Als wertvoll für
die Praxis erweist sich die in Kap. 4 enthaltene umfangreiche
Grundlagensammlung zu Wirkungsprognosen bei verkehrsbedingten Eingriffen,
wobei einzeln auf die unterschiedlichen Funktionselemente des Naturhaushalts
eingegangen wird. Ein Praxistest (FFH-Verträglichkeitsprüfung und
Landschaftspflegerischer Begleitplan) rundet das Werk ab.
Fazit: Das Buch ist jedem zu
empfehlen, der sich mit der Bewertung von Eingriffen befasst. Insbesondere vor
dem Hintergrund, dass die derzeit durchgeführten Eingriffsbewertungen bei
kritischer Betrachtung häufig nicht den gesetzlichen Vorgaben genügen, ist
diesem Buch eine weite Verbreitung zu wünschen - verbunden mit der Hoffnung,
dass durch die sachgerechte Durchführung von Wirkungsprognosen zukünftig auch
die Eingriffsregelung hält, was sie verspricht, nämlich eine adäquate Kompensation
der durch Eingriffe entstandenen Beeinträchtigungen des Naturhaushalts.
Winkel,
G. und Volz, K.-R.: Naturschutz und Forstwirtschaft: Kriterienkatalog zur
„Guten fachlichen Praxis“. Ergebnisse aus dem F+E-Vorhaben 800 84 001 des
Bundesamtes für Naturschutz.
Angewandte
Landschaftsökologie Heft 52
2003, 194 S., 16,00 EURO, 3-7843-3725-2;
Landwirtschaftsverlag, Münster.
Durch die Novellierung des
Bundesnaturschutzgesetzes im Jahre 2002 wurde für den Bereich der
Landwirtschaft die Beachtung von Grundsätzen der „guten fachlichen Praxis“
festgelegt. Die Forstwirtschaft wird in § 5 Abs. 5 zwar dazu
verpflichtet, bei der forstlichen Nutzung des Waldes naturnahe Wälder
aufzubauen und diese ohne Kahlschläge nachhaltig zu bewirtschaften sowie einen
hinreichend hohen Anteil standortheimischer Forstpflanzen einzuhalten, eine
„gute fachliche Praxis“ ist bislang für die Forstwirtschaft jedoch nicht
definiert worden. Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz wurde daher ein
Gutachten zur „Konkretisierung der Guten fachlichen Praxis in der
Forstwirtschaft anhand naturschutzfachlicher Bewertungskriterien“ angefertigt,
welches nun in Heft 52 der Reihe Angewandte Landschaftsökologie veröffentlicht
wurde. Ausgehend von einer Analyse zum Stand des Wissens über die Einflüsse der
Forstwirtschaft auf die Schutzgüter und der bestehenden rechtlichen Vorgaben,
wurden zu verschiedenen Themengebieten eine naturschutzfachlich orientierte
Konkretisierung der Guten fachlichen Praxis hergeleitet. Aufgeteilt in die
Themen „Bestandesbegründung, Bodenproblematik und Walderschließung, Naturschutz
im Wirtschaftswald, Waldschutz, standortgerechte Baumarten, Nährstoffkreisläufe,
Waldbausysteme und segregativer Naturschutz“ wurde dabei ein Katalog mit
insgesamt 17 Kriterien zur Definition der Guten fachlichen Praxis in der
Forstwirtschaft vorgeschlagen. Ausführungen zur Umsetzung und über den
zukünftigen Forschungsbedarf runden das Werk ab.
Die Autoren betonen selbst, dass
diese Ausführungen keinesfalls als abschließendes Kompendium der Festschreibung
einer Guten fachlichen Praxis in der Forstwirtschaft zu verstehen ist, sondern
vielmehr als Ausgangspunkt für „die Initiierung unverzichtbarer politischer
Aushandlungsprozesse zwischen den unterschiedlichen Interessen in diesem
Bereich“. Unzweifelhaft hätten die aus naturschutzfachlicher Sicht
vorgeschlagenen Kriterien weitreichende sozioökonomische Auswirkungen auf
unsere Forstwirtschaft, weshalb man gespannt sein darf, in welchem Maße sich
die von G. Winkel und K.-R. Volz erarbeiteten Kriterien in zukünftigen
rechtlichen Regelungen wiederfinden werden. Zur aktuellen Diskussion dieses
Themas leistet das Werk jedenfalls einen wertvollen Beitrag.
Anke Schumacher, Tübingen